Haarspende mit Herz

16 Personen setzen ein sichtbares Zeichen für erkrankte Kinder

Eine besondere und mutige Aktion – vor allem, weil man etwas gibt, das einem wirklich teuer ist: ein Stück von sich selbst. Mit einer Haarspende spürt man unmittelbar, dass das, was für viele selbstverständlich ist – Haare auf dem Kopf – für andere plötzlich fehlen kann. Genau diese Erfahrung machte der Haarspendetag an der AHF-Gesamtschule Schlangen kurz vor den Weihnachtsferien so besonders: wertvoll und besonders vor allem für diejenigen, die den Mut hatten, teilzunehmen.

An nur einem Schultag entschieden sich 16 Menschen ganz bewusst für diesen Schritt: 13 Schülerinnen und drei Erwachsene ließen sich die Haare abschneiden – darunter auch ein Vater, der damit ein starkes Zeichen setzte. Die gespendeten Haare gehen an das Projekt „Haarspendehelden“, das Kindern mit krankheitsbedingtem Haarausfall den Zugang zu Echthaarperücken erleichtert. 

Für manche Schülerin war es eine Entscheidung, die sie „schnell hinter sich bringen“ wollten. Andere nahmen sich Zeit, ließen sich beraten oder brachten Fotos ihrer Wunschfrisuren mit. Doch bei allen war spürbar: Dieser Schnitt war nicht nur eine neue Frisur – er war ein Geschenk. 

Initiiert wurde die Aktion von Natalie Lilie, Mutter einer Schülerin. Über soziale Medien wurde sie auf „Haarspendehelden“ aufmerksam – und war überzeugt, dass dieses Thema mehr Sichtbarkeit verdient. Aus persönlicher Erfahrung weiß sie, wie sehr Krankheit das Leben prägen kann – und wie wichtig gerade für Kinder Würde, Selbstvertrauen und ein Stück Normalität sind. 

Am Spendetag selbst begleitete sie alle Spenderinnen über den ganzen Tag hinweg – mit Ruhe, Aufmerksamkeit und einem Blick für jede Einzelne. Besonders bewusst gestaltete sie den Moment nach dem Schnitt: Jede Schülerin legte ihren Zopf eigenhändig in die Spendenbox – als sichtbares, ganz persönliches Loslassen. Anschließend nahm sie jede Spenderin – nach einem kurzen, respektvollen Einverständnis – herzlich in den Arm. Als Zeichen der Wertschätzung erhielt jede ein Etui mit dem Schriftzug „Mut schenkt Hoffnung“ sowie eine persönliche Botschaft. 

Organisatorisch begleitet wurde der Tag vom stellvertretenden Schulleiter Walter Friesen. Für einen professio-nellen und wertschätzenden Ablauf sorgten zwei Friseurinnen direkt in der Schule: Sie schnitten, berieten und bereiteten die Haarspenden fachgerecht vor. 

Und manchmal brauchte es nur einen kleinen Anstoß: Drei Haarspenden kamen spontan dazu, weil Schülerinnen sich gegenseitig ermutigten. Die Zustimmung der Eltern wurde jeweils kurzfristig telefonisch eingeholt – und überall gab es sofort ein klares Ja. 

Neben den Haaren wurde auch Geld gespendet – oft aus dem eigenen Taschengeld, teils unterstützt durch Eltern und weiteren Spendern. So kam eine Sammelspende von 1.265 Euro zusammen. Diese Hilfe ist wichtig, denn eine Echthaarperücke ist aufwendig: Allein die Arbeitsleistung kann – je nach Aufwand – bis zu 5.000 Euro pro Perücke betragen. 

Wer das Projekt „Haarspendehelden“ auch nach dem Aktionstag unterstützen möchte, kann weiterhin an den AHF-Förderverein spenden (Vermerk „Haarspende-Helden“). Die IBAN ist auf der Schul-Website unter „Kontakt“ zu finden. 

Ein herzliches Dankeschön gilt allen Spenderinnen und Spendern, den unterstützenden Familien, den beiden Friseurinnen sowie allen Helfern – und besonders Natalie Lilie (Initiative und Begleitung) und Walter Friesen (Organisation). 

 

August-Hermann-Francke-
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